„La Tanche“ ist die Olive, die ausschliesslich in der Region Baronnies Provençales und Nyons wächst. Olivenbäume, die den harten klimatischen Bedingungen trotzen – Trockenheit, Wind, Frost und kalkhaltige Böden. Das Öl ist dennoch mild und fruchtig.
Die Zahlen über eines der wertvollsten Produkte der Region: 1‘000 Produzenten, 270‘000 Olivenbäume, 7 Ölmühlen, 300 bis 400 Tonnen Öl.
La Tanche
„La Tanche“ ist die exklusive Olivensorte in den „Baronnies Provençales“. Exklusiv, weil sie nur in dieser verhältnismässig kleinen Zone wächst. Eine Sorte, die aus einer langen, natürlichen Selektion entstammt. Heute macht la Tanche
98 Prozent der Olivenernte aus. Also – un vrai produit du terroir.
Das Öl ist mild und fruchtig. Es schmeckt leicht nach grünen Äpfeln, frisch geschnittenem Gras und Haselnüssen. Die Farbe trägt ein gelblich-helles Grün. Und wie für ein Naturprodukt üblich, die Aromen variieren leicht von Jahr zu Jahr.
Rund 1‘000 Produzenten pflegen 270‘000 Olivenbäume. 60 Prozent der Bäume stehen um die beiden Städtchen Nyons und Buis-les-Baronnies. Jährlich werden 300 bis 400 Tonnen Öl produziert.
Im Handel ist teilweise die Bezeichnung „les Olives Noires de Nyons“ verbreitet.
Tradition
Olivenbäume bilden in der lokalen Landwirtschaft seit eh, oder genauer seit der gallo-römischen Epoche, einen Schwerpunkt. Einen Rückgang erlitt die Produktion Ende zwanziger Jahre als der Rebbau zunahm und wiederholt der Frost Spuren hinterliess. Besonders 1929 und 1956.
Die erste Herkunftsbezeichnung im Jahre 1968 und vor allem dann die offizielle Bezeichnung Appellation d’Origine Contrôlée (AOC), die 1994 erstmals für ein Olivenöl aus Frankreich erteilt worden ist, gaben dem Anbau aber wieder Antrieb. Seit nun 30 Jahren wächst die Produktion kontinuierlich.
Die Bezeichnung AOC ist 2012 durch die Appellation d’Origine Protégée (AOP) abgelöst worden. Europaweit – mit Ausnahme für die Weine.
Ernte und Pressung
Die Ernte beginnt jeweils Ende November und dauert bis Mitte Januar. Die Oliven sind dann schwarz und aufgrund der Trockenheit und der ersten Frostperioden runzlig. Geerntet werden sie vielfach von Hand oder mit Kämmen. Um den Baum herum liegt ein Netz für die herunterfallenden Oliven.
Vor der Pressung werden die Oliven sortiert, mit Wasser gespült und vom Laub getrennt. Die „traditionellen“ Mühlen setzen einen Mühlstein aus Granit ein. Mit einer hydraulischen Presse wird dann aus der Olivenpaste das Öl gepresst.
Die modernen Mühlen verfügen über eine Anlage, die alle Prozesse integral verbindet. Von der „Reinigung“ der Oliven über die Zermalmung bis zur Zentrifuge, die schliesslich das Öl aus der Paste extrahiert. Das gibt i.d.R. ein Öl, das sein eigenständiges Aroma eher bewahrt und auch hygienischer hergestellt ist.
Buis-les-Baronnies besitzt mit seinem „Moulin de Haute Provence“ die wohl modernste und leistungsfähigste Anlage der Region. Im Gebiet sind sieben Ölmühlen in Betrieb.
Le Moulin de Haute Provence existiert seit 1976. Im Jahre 2011 wurde die Mühle von Grund auf modernisiert. Kostenpunkt – eine halbe Million Euros. Die neue Anlage beschleunigt den ganzen Pressvorgang ums Dreifache. Das kommt wiederum der Qualität des Öls zugute. Je kürzer die Zeit zwischen Ernte und Pressung desto besser das Endprodukt. Der Leiter der Mühle: Michel Fayant.
